Herdenschutzzäune

Fachgerecht erstellte Zäune bieten einen Schutz der Nutztiere vor Rissen durch Grossraubtiere. Hierbei gilt es einige Punkte zu beachten.

  • Nach Grossraubtierrissen auf landwirtschaftlicher Nutzfläche werden nur geschützte Tiere entschädigt.
  • Nur gerissene Tiere, welche geschützt waren, werden für allfällige Massnahmen gegen einzelne Wölfe (Schadschwelle für Abschuss) hinzugezählt.
  • Auf Sömmerungsflächen werden ungeschützte Tiere nur nach dem ersten Rissereignis entschädigt. Danach müssen Notfallmassnahmen, z.B. die Einzäunung eines geschützten Sektors, ergriffen werden.
  • Mobile Weidenetze dürfen nur installiert werden, wenn Nutztiere die eingezäunten Flächen auch beweiden. Spätestens drei Tage nach dem Ende des Weidegangs müssen sie entfernt werden (§ 44, Solothurnische Jagdverordnung).

Mindestanforderungen Herdenschutz

  • Anzahl Litzen: Bei einem Litzenzaun mindestens vier Litzen, bei einem Knotengitter oder Maschendrahtzaun je eine Litze unten und oben.
  • Abstand der untersten Litze zum Boden: Maximal 20 cm.
  • Spannung des Weidenetzes oder des Litzen-/Drahtzaunes: Mindestens 3000 V.
  • Höhe:
    • für Schafe, Ziegen und Weideschweine mindestens 90 cm, bei Nachtpferchen und Nachtweiden im Sömmerungsgebiet mindestens 105 cm
    • für Neuweltkameliden mindestens 120 cm
    • für Hirsche in Gehegen mindestens 180 cm
  • Tiere der Rinder- und Pferdegattung gelten als geschützt, wenn die gemeinsame Haltung des Muttertiers mit seinem Jungtier auf betreuten Weiden während der Geburt und der ersten vierzehn Tage sowie das sofortige Entfernen von Nachgeburten und toten Jungtieren von dieser Weide gewährleistet sind.
  • Nutztiere, die sich auf einem Hofareal in Ställen oder auf befestigten Auslaufflächen aufhalten, gelten als vor Grossraubtieren geschützt.

Empfohlene Zaunsysteme

Empfohlene Zaunsysteme gehen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus. Sie ermöglichen einen besseren Schutz der Nutztiere und werden unter bestimmten Bedingungen mit einem finanziellen Beitrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) unterstützt.

Anforderungen:

  • Mindestens 105 cm hohe Weidenetze oder Litzenzäune bei Schaf- und Ziegenweiden.
  • Bei einem Litzenzaun muss dieser mindestens fünf Litzen/Drähte aufweisen.
  • Abstand der untersten Litze zum Boden: Maximal 20 cm.
  • Spannung des Weidenetzes oder des Litzen-/Drahtzaunes: Mindestens 3000 V.
  • Blau-weisse Weidenetze oder Flatterbänder für bessere Sichtbarkeit für Wildtiere.

Die für 2027 geltenden Bedingungen sowie die Entschädigungsansätze werden im Frühling 2027 auf der Webseite des Bildungszentrums Wallierhof und über den Newsletter des SOBV kommuniziert.

Weitere Informationen zum fachgerechten Erstellen von Herdenschutzzäunen liefert das Merkblatt «Wolfschutzzäune auf Kleinviehweiden» der Agridea.