Herdenschutzhunde
- Nach Grossraubtierrissen auf landwirtschaftlicher Nutzfläche werden nur geschützte Tiere entschädigt.
- Nur gerissene Tiere, welche geschützt waren, werden für allfällige Massnahmen gegen einzelne Wölfe (Schadschwelle für Abschuss) hinzugezählt.
- Anerkannte Herdenschutzhunde gelten als zumutbare Schutzmassnahmen für Schafe und Ziegen (Art. 10b, Absatz 2 a., Jagdverordnung des Bundes).
Vorgehen bei Interesse an Herdenschutzhunden
Bei Interesse an Herdenschutzhunden melden Sie sich bei der Fachstelle Herdenschutz des Kantons Solothurn. Dort erhalten Sie beispielsweise Informationen zu den Einführungskursen für Herdenschutzhundehaltende und Kontaktangaben von nationalen Fachstellen im Bereich Herdenschutzhunde sowie Adressen von Zuchtbetrieben.
Die Anmeldung von Hunden für die nationale Eignungsprüfung (EP) als Herdenschutzhund erfolgt direkt bei der Agridea, welche die EP im Auftrag des Bundes durchführt. Zur Prüfung zugelassen sind reinrassige Hunde, die einer Herdenschutzhunderasse angehören. Hunde, welche die EP bestanden haben, gelten als anerkannte Herdenschutzhunde.
Finanzielle Unterstützung von Herdenschutzhunden
Herdenschutzhunde sowie das damit verbundene Sicherheitsgutachten können unter folgenden Bedingungen mit einem finanziellen Beitrag des Bundesamts für Umwelt (BAFU) unterstützt werden (Art. 10d, Absatz 2, Jagdverordnung des Bundes):
- Herdenschutzhunde gelten als anerkannt, wenn sie die Eignungsprüfung (EP) bestanden haben.
- Herdenschutzhunde müssen in der Datenbank Amicus als anerkannter Herdenschutzhund registriert sein.
- Herdenschutzhunde werden frühestens ab einem Alter von 18 Monaten auf ihre Eignung zum Herdenschutz geprüft.
- Der Einsatz zum Schutz der Herde muss mit mindestens zwei Herdenschutzhunden erfolgen.
- Betriebsleitende mit anerkannten Herdenschutzhunden im Einsatz müssen den «Einführungskurs für Haltende von Herdenschutzhunden» besucht haben.
- Beim erstmaligen Einsatz von Herdenschutzhunden ist ein Sicherheitsgutachten durch die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BUL) zu erstellen. Die darin beschriebenen Massnahmen zur Unfall- und Konfliktverhütung mit anerkannten Herdenschutzhunden müssen umgesetzt werden. Im Sicherheitskonzept wird auch die allfällige Entflechtung von Mountainbike- und Wanderwegen geregelt.
Die für 2027 geltenden Bedingungen sowie die Entschädigungsansätze werden im Frühling 2027 auf der Webseite des Bildungszentrums Wallierhof und über den Newsletter des SOBV kommuniziert.